Sie sind hier: Startseite Thema des Tages |
| Thema des Tages |
Kälterekorde zweiter Art
Erneut ist heute, Sonntag früh, die deutschlandweit kälteste Nacht dieses Winters zu vermelden. Von den Rekordwerten der Tiefsttemperaturen des Februars sind die Werte meist noch etwas entfernt, doch hat die letzte Nacht mit Rekorden zweiter Art auf sich aufmerksam gemacht. Etliche Stationen hatten vermutlich die kälteste Nacht seit Messbeginn, ohne dass eine Schneedecke für die starke Kälte mitverantwortlich war. In Frankfurt beispielsweise geht man aus Erfahrung, nicht aufgrund von Messwerten, ohne Schneedecke von Tiefstwerten nicht unter -13 Grad aus. Letzte Nacht sank das Quecksilber dort aber auf unter -15° C. Auch etliche andere Gegenden, die ähnlich gelegen sind, haben vermutlich diese Nacht den Rekord zweiter Art erlebt. Absolute Tiefsttemperaturen gab es an einigen Stationen, die nicht seit mindestens dem 01.02.1956 messen, dem Tag mit dem bisherigen Februarrekord an den meisten Stationen. Beispielsweise in Perl an der Mosel (Messungen seit 1965), wo der Tiefstwert von -14,9°C mit -16°C deutlich unterboten wurde, auch Manderscheid in der Eifel (Messungen seit 1961) hat mit -17,7°C die kälteste Nacht seit Messbeginn. Das sind allerdings nur die Tiefstwerte, die heute um 7 Uhr gemeldet wurden. Warum "nur" werden Sie sich fragen? Tiefstwerte werden etwa 1 Stunde nach Sonnenaufgang erreicht, weil erst dann die Einstrahlung der Sonne die Kälte bringende Ausstrahlung in das Weltall übersteigt. Beim derzeitigen Sonnenaufgang liegen also die Tiefstwerte etwa zwischen 8.30 Uhr im Osten und etwa 9 Uhr im Westen. Deshalb melden unsere Wetterstationen die Tiefstwerte im Laufe des Vormittags erneut und der bisherige Kälterekord dieses Winters, der gestern mit -27,1 Grad für Oberstdorf verkündet wurde, lag in Wirklichkeit bei -28,5 °C. Und kalt geht es auch weiter, Dienstag früh erwarten wir im größten Teil Deutschlands die kälteste Nacht der Woche. Danach soll es langsam mit den Temperaturen bergauf gehen. Der Dauerfrost wird sich allerdings halten.
Dipl.-Met. Christoph Hartmann Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 05.02.2012
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
|
 |
Seite drucken |
nach oben |